M31 – Die Andromedagalaxie

Einleitung

M31, oder die Andromedagalaxie, ist unsere Nachbarin und die uns am nächsten gelegene Galaxie (wenn man die Canis Major Dwarf Galaxy ausnimmt, die unsere Milchstraße gerade verschluckt), in etwa 2,5 Millionen Lichtjahren Entfernung.

Ein bisschen Geschichte

  • ~960: Erste überlieferte visuelle Beobachtung, beschrieben als „ein unscharfer Fleck am Himmel“ (Lichtverschmutzung war damals noch kein Thema, die Glücklichen).
  • 1612: Erste Beobachtung durch ein Teleskop von Simon Marius. Immer noch „ein unscharfer Fleck“, aber er verortet ihn im Sternbild Andromeda.
  • 1764: Charles Messier nimmt M31 in seinen Katalog auf.
  • 1887: Isaac Roberts macht die erste Fotografie davon.
  • 1920-1923: Edwin Hubble bestätigt, dass M31 wirklich außerhalb der Milchstraße liegt.
Das erste Foto von M31 (Isaac Roberts, 1887)
Das erste Foto von M31 (Isaac Roberts, 1887)

Ein paar Fakten

  • M31 ist eine Spiralgalaxie mit etwa 220.000 Lichtjahren Durchmesser (gegenüber 150 bis 200.000 bei der Milchstraße) und besteht aus rund 1 Billion Sternen (4-mal so viele wie die Milchstraße).
  • In ~4 Milliarden Jahren werden Milchstraße und M31 verschmelzen und eine neue Galaxie bilden.
  • Wie die Milchstraße rotiert M31 mit ~220 km/s (das ist Hamburg–München in 4 Sekunden, falls ihr absurde Vergleiche mögt).

Mein Foto

Jetzt habt ihr genug Stoff, um beim nächsten Stammtisch-Abend anzugeben — weiter zu meinem Foto. In der Astrofotografie stackt man: man macht jede Menge Fotos, um Signal zu sammeln, und kombiniert sie dann zu einem Rohbild, das man anschließend bearbeitet.

M31 ist, obwohl ziemlich riesig, lichtschwach. Unter einem sehr dunklen Himmel könnt ihr sie mit bloßem Auge als kleinen unscharfen Fleck wahrnehmen. In der Stadt könnt ihr die Beobachtung mit bloßem Auge vergessen: ihr braucht einen CLS-Filter (City Light Pollution), um die Verschmutzung zu reduzieren und sie im Teleskop zu sehen.

Lichtschwach heißt: die einzelne Belichtungszeit muss zwangsläufig lang sein. Bei mir begrenzt der S30 auf 60 s, man könnte aber auf 180–300 s gehen. Und angesichts der Größe von M31 ist eine relativ kurze Brennweite vorzuziehen.

Da ich nachts gerne schlafe, habe ich die Aufnahmen über mehrere Abende verteilt, außerhalb der Vollmondnächte:

  • 12. Oktober 2025: 3h Aufnahmen
  • 13. Oktober 2025: 2h Aufnahmen
  • 14. Oktober 2025: 2h Aufnahmen
  • 15. Oktober 2025: 2h30 Aufnahmen

Also insgesamt 9h30 Aufnahmen, oder 570 Fotos. Ich habe den Fehler gemacht, die Einzelaufnahmen nach der Bearbeitung nicht zu behalten, aber auf jeder einzelnen war die Galaxie kaum zu sehen, mit sehr wenig Details.

Danach das Aussortieren: raus fliegen die Fotos mit zu deutlichen Sternenspuren, oder jene, bei denen ein Flugzeug/Satellit einen schönen hellen Strich hinterlassen hat. Es blieben also 360 verwertbare Fotos. Nach dem Stacking erhält man ein Rohbild.

360 gestackte Fotos: auf den ersten Blick nicht gerade berauschend
360 gestackte Fotos: auf den ersten Blick nicht gerade berauschend

Erster Eindruck: es ist schwarz, man ahnt gerade so den Bulge. Aber das ist normal: Rohformat, ohne Bearbeitung, ohne Histogramm-Anpassung.

Danach geht's durch spezialisierte Software (SiriL bei mir), um das Foto zu bearbeiten: Farbgebung, Sterndichte, Farbkurven usw. Ich mache noch einen letzten Durchgang in Lightroom für die Feinarbeit, und hier das Ergebnis:

So kann man das sehen!
So kann man das sehen!

Ausrüstung und Methode

  • Teleskop: ZWO Seestar S30 im EQ-Modus
  • Filter: CLS
  • Einzelbelichtungszeit: 60 Sekunden
  • Software: SiriL fürs Stacking und Lightroom für die Endbearbeitung
  • Summe der behaltenen Aufnahmen: 6h von ursprünglich 9h30
Das Seestar-Setup: SW-Stativ, SW-EQ-Basis und der S30
Das Seestar-Setup: SW-Stativ, SW-EQ-Basis und der S30

Fazit

Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis, zumal ich in der Astrofotografie wirklich noch Anfänger bin. Auch wenn der S30 mir viel geholfen hat, macht mir das Lust, in zusätzliche Ausrüstung zu investieren (aber Mann, ist das teuer!).

Das ist nicht mein erster Versuch: ich habe seit Februar 2025 schon ein paar Ziele fotografiert und werde sie euch demnächst im Detail vorstellen (ihr findet sie schon auf der eigenen Seite).